Brennend heisser Wüstensand…

… fern so fern dem Heimatland… So könnte man den Tag heute beschreiben, denn heute gings von Williams nach Barstow, und das bedeutete bei 40°C rund 340 Meilen quer durch die Wüste 😉

Dcoh früh am morgen gings erstmal wieder ein Ralf Frühstück zu uns zu nehmen 😉 Nichts dolles, dafür war der gesamte Frühstückraum von Franzosen blockiert. Jetzt verfolgen die einen schon hier 🙂

Nachdem die Maschinen bepackt waren gings aber erstmal über die Interstate zurück nach Kingman. Hier waren wir ja vor ein paar Tagen schonmal, bevor wir den Abstecher via Vegas zu den Nationalparks gemacht haben.

Da wir keinen Wind hatten gings mal wieder mit knapp 80Mph voran, da waren wir richtig schnell. Doch leider haben sich die Schrauben an meinem Kupplungshebel immer weiter verselbstständigt, von daher musste ich sie immer wieder mit dem Daumen nachziehen das sie nicht komplett rausfallen. In Kingman sind wir dann auch direkt bei Harley rein und haben sie nachziehen lassen. Das ganze hat aber gerade mal 5 Meilen gehalten, dementsprechend hab ich mal meine Kabelbinder gezückt und hoffe jetzt zumindest das mir der Hebel nicht einfach mal runterfliegt, die Schrauben muss ich trotzdem immer wieder anziehen 😉

Und hinter Kingman hatte uns dann auch wieder die Route 66 wieder, zuallerst gings Richtung Oatman. Und das war definitiv ne geile Strecke, alter Asphalt, viele Kurven und enge Strasse 😉 Dazu war die Einfahrt in Oatman von jeder Menge “Donkeys” begleitet, und die waren auch in der Stadt unterwegs. Ich hab ja nur gehofft das nicht einer von den Eseln durchdreht und einfach mal in die falsche Richtung rennt 😉

Und hier merkte man dann auch das die Wüstenstrecke in Arizona losging. Denn die Luft wurde stickig und es fühlte sich auf dem Motorrad so an als wenn man in der Sauna sitzt und jemand mit einem Fön die ganze Zeit heiße Luft ins Gesicht bläst.

Kurz nach der Strecke von Oatmen mussten wir nochmal kurz auf die Interstate um die Grenze nach Kalifornien zu überqueren. Das bedeutet für uns leider auch wieder Helmpflicht, und das bei den Temperaturen 🙁 Kurze Zeit hinter der Grenze war dann auch der Checkpoint der eigentlich kontrolliert ob man Obst / Gemüse / Fleisch… einführt (was verboten wäre) uns hat man hier aber direkt durchgewunken 😉 Wenn die wüssten was wir alles an Melonen in der Tasche dabei hatten (Ich hab eine Melone getragen…. 😉 )

Uns lief auf der weiteren Strecke gut der Schweiss und die Schilder am Wegesrand trugen eher zur Belustigung bei. Denn momentan war zumindest nicht an Wasser zu denken 😉

In Needles haben wir dann auch erstmal mittag gemacht und wollten abwarten bis die größte Hitze vorbei ist. Daher haben wir auch erstmal im örtlichen Mart die Wasservorräte aufgefüllt und sind dann im Mexico Taco Shop eingelaufen. Das Essen war nicht wirklich gut, dafür haben wir ihnen die “Fountain” leer getrunken 😉 Und das war auch bitter nötig, denn von hier aus sollte es 140 Meilen Richtung Barstow gehen. Und dazwischen gabs kaum mehr Stätte. Von daher hat Tobi dann auch ein bisschen die Augen zur Entspannung geschlossen 🙂 Während ich mich schonmal auf das Leiden in der Hitze eingestellt habe 😉

Um kurz vor drei haben wir dann beschlossen weiter zu düsen und hofften einfach mal darauf das die größte Hitze vorbei sei. Nunja an sich war es anfangs noch so heiß das Tobi jeden Schatten genutzt hat, und sei es nur wenn wir darauf warteten das der Zug durch fuhr 😉

Leider kam danach ein großer Trauerfall, die Gambrinus Brille hat den harten Strapazen nicht stand gehalten und ist leider dem Wind / Sonne / Temperaturen zum Opfer gefallen. Ich hab sie anständig in einem luftdichten Gefäss untergebracht und werde sie zurück nach Deutschland überführen damit wir sie im Gambrinus in aller Ehre zu Grabe tragen können 🙁

Die nächsten 140 Meilen waren davon geprägt das es zum einen ständig nur geradeaus ging, und zum anderen die Temperaturen von Sonne / Asphalt und Maschine schon so heiß waren das wir dachten wir fahren durch einen Backofen. Nebenbei sind wir durch Geisterstädte durchgekommen an denen man sehen konnte das durch die Interstate fernab der Route 66 der letzte Lebensatem aus dem Gelände entwich.

Desweiteren gingen einem Gedanken durch den Kopf, wenn uns hier ein Reifen platzt oder sontwas passiert, sind wir gut 40 Meilen von der nächsten Stadt weg. Und viel Verkehr war auch nicht 😉

Die Strecke war allerdings auch wie dafür gemacht einfach komplett abzuschalten und mal an gar nichts zu denken. Bzw. sich mal wieder bewusst zu machen was einem wichtig ist. Aber das behalte ich für mich.

Vor Barstow mussten wir noch einmal 20 Meilen auf einer miserablen Strecke mit riesigen Schlaglöchern hinnehmen. Und ich war mehr damit beschäftigt die Schrauben nachzuziehen anstatt zu fahren. Wer sich das nicht antun möchte sollte direkt vorher auf den Interstate zurück fahren. (Mit meinem Motorrad wäre ich sicherlich zurück gefahren)

Doch irgendwann waren wir dann auch hier durch und die Strasse wurde wieder besser, ausserdem wussten wir das der Tag und die Sonne bald vorbei sein würden. Und mittlerweile hatten wir es auch schon sechs, und die Hitze war kaum noch spürbar.

Nachdem wir dann in Barstow im ersten Motel eingecheckt hatten, gings erstmal den Staub im Pool abwaschen 😉 Tobi war es etwas zu kalt 😉 Aber ist hier auch extrem, tagsüber +40 und in der Nacht dann teilweise noch minus Grade. Tja Wüste eben.

Jetzt stehen wir kurz vor unserem Ziel, und das werden wir dann morgen auch in LA erreichen. Was bedeutet wir haben noch etwas Zeit über und werden wohl nochmal nach San Francisco fahren. Ich freu mich schon auf morgen. Drückt uns die Daumen das auch die letzten Meilen noch so gut wie bisher verlaufen.

Schlaft gut.

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One Response to Brennend heisser Wüstensand…

  1. Ralf says:

    *daumendrück*

    P.S.: Ich glaube das Bild im Pool ist unscharf und das trotz des Motivs (oder gerade wegen dem Motiv?) 😀

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